Beiträge von sailor773

    Die Wärmepumpen werden heutzutage immer besser. Beispielsweise mit der Lambda soll es möglich sein, auch im Winter mit CoP>2 Temperaturen bis 70°C zu erzeugen (wobei m.E. kein Mensch solche Temperaturen braucht – nicht für Warmwasser und auch nicht in schlecht gedämmten Häusern, da würde es genügen leistungsfähigere Heizkörper einzubauen).

    Aber ich gebe zu, dass es Umstände gibt, wo ein klassisches BHKW auch unter Klimagesichtspunkten besser arbeitet als eine Wärmepumpe. Nur sind solche Umstände eher selten: Wenige extrem kalte Tage im Jahr oder wenige extrem schlecht isolierte Häuser, wo das ständig so ist. Auch im Gewerbe-Bereich wird es solche Fälle geben. Und dann gibt es natürlich die Fälle, wo das Aufstellen einer WP aus technischen Gründen (Schallschutz o.dgl.) nicht möglich ist und andere klimaschonende Alternativen (z.B. Holzheizung oder der Anschluss an ein EE-getriebenes Wärmenetz) nicht existieren.

    Deshalb möchte ich keineswegs jemandem ausreden oder gar verbieten sich ein neues BHKW anzuschaffen, und erst recht nicht ein bestehendes weiter zu betreiben (zumal ich Letzteres selbst auch vorhabe). Die Frage ist nur, ob bzw. unter welchen Umständen solche BHKW's heutzutage noch Wesentliches zum Gelingen der Energiewende beitragen können und ob bzw. unter welchen Umständen es daher geboten ist, sie zu fördern. In Zeiten extrem knapper Mittel sollte die staatliche Förderung (die ja letztendlich wir alle bezahlen müssen) auf die Bereiche konzentriert werden, wo sie am meisten bringt. Dass die Klein-KWK derzeit noch ein solcher Bereich ist habe ich meine Zweifel, aber – wie gesagt – vielleicht gibt es ja hier Ideen, die den Mitarbeiter*innen von Frau Reiche noch nicht gekommen sind.

    Man muss Frau Reiche nicht mögen. Aber gerade was die Zukunft der KWK betrifft finde ich die in dem Papier ausgeführte Strategie gar nicht so schlecht, denn seit Leute wie ich (und wohl die meisten in diesem Forum) in die BHKW-Technik eingestiegen sind, haben sich die klimapolitischen Rahmenbedingungen gerade für Klein-BHKW grundlegend verändert.

    Vor 10-20 Jahren war das wärmegesteuerte Klein-BHKW als "stromerzeugende Heizung" für Wohnhäuser eine vergleichsweise klimafreundliche Alternative zu den vorherrschenden Gas- und Ölheizungen: Klimafreundlich deswegen, weil man zwar Gas und Öl verbraucht hat, aber den Strom mit unterm Strich weitaus höherem Energie-Nutzungsgrad (und einem Drittel der Klimagas-Emissionen) erzeugen konnte als – von KKW abgesehen – nahezu alle Kraftwerke in der öffentlichen Stromversorgung.

    Um die hohen Investitionskosten hereinzuholen musste dabei das Ziel sein, einen möglichst hohen Anteil des erzeugten Stroms selbst zu verbrauchen. Da Batteriespeicher bis vor wenigen Jahren prohibitiv teuer waren und Strom aus Eigenproduktion daher nur bei laufendem BHKW verfügbar war, konnte das nur erreicht werden, indem man die Geräte relativ klein dimensioniert hat (am besten noch mit modulierender Leistung für die Übergangszeit) und dadurch sehr hohe Laufstunden möglich wurden. 3-4000 VBh/Jahr war dabei meist das wirtschaftliche Minimum, und so richtig Spaß gemacht hat es oft erst ab 5000 VBh/Jahr. Der eingespeiste Strom war Nebenprodukt, und eine netzfreundliche Steuerung der BHKW-Laufzeiten war weder erforderlich noch in den meisten Fällen technisch machbar. (Ein bisschen netzfreundlicher als beispielsweise Braunkohle-KW waren und sind Klein-BHKW's schon, wenn man sie beispielsweise in der Übergangszeit nach Möglichkeit abends zum Zeitpunkt des höchsten Stromverbrauchs laufen lässt. Aber im Winter laufen Klein-BHKW's wie meines meist zwischen Mitte November und Ende Februar Tag und Nacht durch, egal wie hoch der Strombedarf ist und ob Windstrom verfügbar ist oder nicht.)

    Seit dieser Zeit hat sich vieles geändert:

    • Der Klima-Fußabdruck der öffentlichen Stromversorgung hat sich durch den steigenden EE-Anteil seit 2012 nahezu halbiert und wird in wenigen Jahren (in g CO2/kWh) selbst im Winterhalbjahr unter der Emission aus der Stromerzeugung mit gasbetriebenen BHKW liegen;
    • Bei der Gebäudeheizung ist das Ziel, nahezu vollständig von fossilen Energieträgern wegzukommen;
    • Wärmepumpen sind technisch wie wirtschaftlich weit besser geworden, können in den meisten Gebäuden fossile Heizungen ersetzen und haben bereits mit dem heutigen Strommix einen niedrigeren CO2-Fußabdruck als BHKW;
    • Stromspeicher sind erheblich günstiger geworden, eigenen sich aber nach wie vor kaum zur Energiespeicherung über längere Zeit.

    Erdgas-BHKW's, die wie früher hauptsächlich zur Raumheizung und für den Strom-Eigenverbrauch dienen und ungesteuert (ohne Rücksicht auf im Netz verfügbaren EE-Strom) betrieben werden, haben heutzutage (einschließlich Strom-Gutschrift) bereits einen höheren Klima-Fußabdruck als Heizungs-Alternativen wie die Wärmepumpe. In wenigen Jahren werden sie auch höhere Emissionen haben als der Strommix selbst.

    Trotzdem werden neue Klein-BHKW ja jetzt (anders als unter Habeck!) nicht de facto verboten. Es erscheint aber vor diesem Hintergrund folgerichtig, die KWK-Förderung (die mit dem Geld der Steuerzahler bzw. der Stromkunden bezahlt wird) auf die Einsatz- und Betriebsarten zu beschränken, die auch in dem Zielszenario für eine weitgehend "fossil-freie" Strom- und Wärmeversorgung noch klimapolitische oder volkswirtschaftliche Vorteile bietet. Und das ist nun mal – wie in der Präambel des Papiers ausgeführt – die Abdeckung der Residuallast (auch und gerade als zumindest teilweise Alternative zu den von Reiche propagierten Gasturbinen mit einem Gesamtnutzungsgrad von 40% und Klimagas-Emissionen um 600-700 g CO2/kWh).

    Wir können und sollten hier gerne diskutieren, ob die in dem Papier veröffentlichten Eckpunkte zur zukünftigen KWK-Förderung zur Erreichung dieses Ziels geeignet sind. Vielleicht gibt es ergänzende oder bessere Ideen dazu, vielleicht auch ob die (von den spezifischen Investitionskosten her besonders teure) Mikro- und Nano-KWK in diesem Szenario noch einen Platz haben kann. Aber wir sollten uns dabei im Klaren darüber sein, dass die Zeit der klassischen Klein-KWK – wie oben beschrieben, auch mein BHKW gehört dazu – in wenigen Jahren abgelaufen sein wird.

    |__|:-)

    Nachtrag: Stromspeicher plus dynamischer Stromtarif könnte technisch Sinn machen, gerade wenn man keine PV-Anlage hat (mit PV sind dynamische Strompreise außerhalb der drei Wintermonate meist wenig ergiebig, egal ob mit oder ohne Stromspeicher). Ob sich ein Stromspeicher damit rechnet ist eine andere Frage und hängt ebenfalls von der Preisgestaltung Deines Stromversorgers ab, v.a. im Vergleich zu den bei Dir verfügbaren günstigen Fixtarifen. (Immerhin würde der auf diese Weise speicherbare günstige Strom im dynamischen Tarif teuren Spitzenlast-Strom ersetzen und müsste sich nicht wie das Stromverbrennen im Heizstab mit Gaspreisen um 10 ct/kWh messen.)

    Moin Otto,

    beim Nutzen von dynamischen Stromtarifen für die Heizung als Alternative zum Gas muss man beachten, dass man für den Strom zusätzlich zum Börsenpreis auch Netzentgelte und diverse Steuern und Abgaben zahlen muss. Wie viel genau das ist hängt von Deinem Stromlieferanten ab. Als grobe Abschätzung kann man ca. 5 ct/kWh für Steuern und Umlagen ansetzen, plus ca. 9 ct/kWh für Netzentgelte – zusammen ca. 14 ct/kWh netto plus Umsatzsteuer darauf. Die Gewinnspanne Deines Stromlieferanten einschl. USt kommt dann noch hinzu. Will heißen: Selbst in den (nicht ganz seltenen) Zeiten, wo der Börsenstrompreis um Null liegt, müsstest Du für den in dieser Zeit bezogenen Strom immer noch ca. 17 ct/kWh zahlen, was jedenfalls deutlich über dem Gaspreis liegt (m.E. auch deutlich über über dem ab März 2027 zu erwartenden Gaspreis).

    Bevor Du einen Haufen Geld investierst rate ich Dir deshalb, Dich bei Deinem Stromlieferanten zu erkundigen, wie viel Aufschläge auf den Börsenpreis er tatsächlich verrechnet. Wenn es mehr als 8-10 ct/kWh brutto sind, kannst Du das Projekt "Heizspirale" m.E. vergessen. (Möglicherweise gibt es demnächst dynamische Netzentgelte, das würde den Strom in Schwachlast-Zeiten günstiger machen. Aber die Steuern und Umlagen bleiben.)

    Auch zu beachten ist, dass im Sommerhalbjahr niedrige Strompreise hauptsächlich tagsüber (etwa 10:00h bis 16:00h) anfallen, wenn es viel Sonne gibt. Da hast Du aber nichts von, weil genau in diesen Zeiten Deine ST-Anlage den Wärmespeicher kostenlos füllt.

    Wenn bei genauerem Abschätzen herauskommt, dass wirklich günstiger Strom (also deutlich unter 10 ct/kWh einschl. aller Steuern und Abgaben) im Winterhalbjahr eher selten zur Verfügung steht, würde ich ihn – wenn überhaupt – nicht in der Heizung sondern in der Warmwasserbereitung einsetzen. Solarspeicher haben oft in der Mitte oder etwas oberhalb die Möglichkeit einen Heizstab anzubringen. Diesen kann man dann mit Hilfe einer geeigneten Steuerung einschalten, sobald der Strompreis unterhalb einer bestimmten (einstellbaren) Schwelle liegt.

    Wir haben für unsere Wallboxen einen Controller von go-e, der (alternativ zur Nutzung von PV-Überschussstrom) diese Möglichkeit bietet. Dort könnte man statt der Wallbox natürlich auch einen Heizstab anschließen. Der Preis lag bei ca. 200 EUR, Einbau käme hinzu. Aber vielleicht kennt jemand hier eine günstigere Lösung. Zusätzlich braucht jede solche Schaltung auch eine temperaturgesteuerte Ausschaltregelung (damit Dir nicht der Kessel platzt wenn es mehrere Tage günstigen Windstrom gibt), aber die sind billig zu haben oder bereits im Heizstab eingebaut.

    Was die PV betrifft: Auf Deinem Dach sehe ich – so wie Du das beschreibst – wenig Möglichkeiten. Ein Nord/Süd-Zaun käme vielleicht in Frage, aber nur wenn (bzw. soweit) er ganztägig weitgehend unverschattet ist, am besten von beiden Seiten: Dann könntest Du bifaziale Module einsetzen (die produzieren auch Strom, wenn sie von hinten bestrahlt werden). Ein vielleicht besserer Ansatz wäre das Anbringen von PV-Modulen an einer Südfassade (sofern vorhanden und unverschattet). Und wenn Du eines Tages eine Wärmepumpe einbaust, könntest Du die ST-Anlage abbauen und durch eine PV-Anlage ersetzen. Wenn allerdings nicht mehr unverschatteter Platz auf dem Dach ist als die vielleicht 8 Quadratmeter große ST-Anlage einnimmt, kannst Du damit keine großen Sprünge machen.

    Aber das Ziel ist nicht möglich ökologisch (leider) oder ökonomisch zu planen sondern eine Insel OHNE Grid-Anbindung und die damit verbundenen Einschränkungen und Willkür in Kauf nehmen zu müssen.

    Ich glaube ich habe jetzt endlich verstanden worum es Dir geht: Unabhängigkeit um buchstäblich jeden Preis.

    Das ist Dein persönliches Ding. Die Ausgangsfrage war ja wie wir das Vorhaben bewerten: Ich jedenfalls würde eine Insel nur machen wenn es absolut keine andere Möglichkeit gäbe – jedenfalls nicht in einer Großstadt in der Mitte Europas. Ich habe mich (wie wohl jeder andere hier) auch schon über Vorschriften und Bürokratie meines Netzbetreibers oder auch des Staates geärgert, aber das wäre mir nicht mal im Ansatz Grund genug, die riesigen Kosten und die operative Komplexität einer Insellösung in Kauf zu nehmen.

    Welche Prioritäten Du setzt und was Du in Deinem eigenen Haus machst ist Deine Sache, und ich werde Dir da nicht hineinreden. Die Frage ist höchstens ob auch Deine Tochter und Dein Schwiegersohn Deine Abneigung gegen das System der öffentlichen Stromversorgung so sehr teilen, dass sie in ihrem eigenen Haus die mit einer Insellösung verbundenen Komplexitäten und ggf. auch Einschränkungen auf sich nehmen. Wenn ja, werden sie auch lernen wie man beim BHKW einen Ölwechsel macht.

    Nur ich darf mich an dieser Stelle aus dem Thread zurückziehen, da ich für ein Vorhaben, das meiner grundsätzlichen Denkweise widerspricht, keine brauchbaren Ratschläge geben kann.

    Problematischer für mich ist, daß das BHKW vollkommen narrensicher laufen und gewartet werden muß, da mein Schwiegersohn "zwei Linke" hat und wenig Technikverständnis mitbringt. Was für mich noch völlig unklar ist, ist die Auswahl einer passenden Wärmepumpe (ohne die es ja schwer umzusetzen wäre)

    Bedeutet das, Du möchtest Wärmepumpe UND BHKW neu einbauen? Das hieße also 29 TEUR fürs BHKW plus mindestens noch mal 30 TEUR für die Wärmepumpe?

    Ich sag's nochmal, das wird sich nie und nimmer rechnen. Manche hier haben sich eine Wärmepumpe zusätzlich zu einem vor vielen Jahren eingebauten (längst ausgeförderten und abgeschriebenen) BHKW angeschafft, einfach weil das alte BHKW noch funktioniert. Da macht es schon Sinn, die Wärmepumpe eher knapp zu dimensionieren und das BHKW – anstatt es zu verschrotten – noch mit maximal ein paar hundert Betriebsstunden pro Jahr als Spitzenlast-Erzeuger einzusetzen: Insbesondere wenn man als Fachmann Dinge wie Ölwechsel, Wartung und Reparaturen selbst machen kann. Aber in der Neuanschaffung ist so eine Combo (im Vergleich zu "nur Wärmepumpe") viel zu teuer um sich jemals zu amortisieren – erst recht wenn man für die regelmäßige Wartung und Reparaturen auch noch einen Fachbetrieb beauftragen muss.

    Außerdem halte ich es nicht für ratsam, den laufenden Betrieb so eines Systems jemandem anzuvertrauen, der "wenig Technikverständnis" aufbringt. Da ist die Wärmepumpe allein oft schon Herausforderung genug.

    Fazit: Vergiss das BHKW, lass von einem Fachbetrieb eine anständige einfach zu bedienende LW-WP einbauen, und wenn Du möchtest PV und Speicher in einer dazu passenden Dimension. Dein Schwiegersohn und Deine Tochter werden's Dir danken.

    Ich habe mich unterdessen noch mal eingehender mit dem Thema beschäftigt. Für den, der sich die Mühe machen möchte das durchzulesen oder gar vollständig zu verstehen:): Den Festlegungsentwurf der BNA findet man hier .

    Die für uns als Prosumer entscheidenden Regeln in dem Entwurf kommen in Kapitel 8. Sie beziehen sich auf die von den Verteilnetzbetreibern festzusetzenden Netzentgelte nach Grundpreis und Arbeitspreis. Prosumer mit einer jährlichen Entnahme bis zu 100.000 kWh (wohl in erster Linie Betreiber von PV-Anlagen, aber vermutlich auch BHKW-Betreiber) sollen ab 2029 einen Aufschlag von 70-90% auf den Grundpreis zahlen. Dabei ist wichtig, dass hier der Grundpreis des Verteilnetzbetreibers gemeint ist und nicht der Grundpreis, den jeder Prosumer individuell mit seinem Stromversorger abschließt. Das wird in den zum Thema veröffentlichten Pressemitteilungen leider nicht auseinander gehalten.

    Beispiel: Unser VNB (Bayernwerk) verrechnet 2026 für Haushalte ohne Leistungsmessung einen Grundpreis von jährlich € 98,55 netto (€ 117,27 brutto). Würde dieser Grundpreis auch noch im Jahr 2029 gelten, so würden Prosumer nach dem Festlegungsentwurf einen Aufschlag von € 68,99 bis 88,70 netto (82,09 bis 105,55 brutto) pro Jahr zahlen müssen. Zum Vergleich: Unser Stromversorger stellt derzeit als Grundgebühr jährlich € 156 brutto in Rechnung. Es gibt aber auch Tarife mit Grundgebühren bis € 468 pro Jahr. Da sind dann die Arbeitspreise entsprechend niedrig (gut z.B. für Betreiber einer Wärmepumpe).

    Ich gehe davon aus, dass die Stromversorger ab 2029 bei den angebotenen Tarifen zwischen Verbraucher- und Prosumertarifen unterscheiden müssen und dann die vom VNB verrechneten Aufschläge (im Beispiel ca. 80-100 EUR/a) an die Prosumer weitergeben. Entscheidend ist, dass der ab 2029 zu zahlende Aufschlag für alle Prosumer in einem Verteilnetz gleich berechnet wird. Von der Größenordnung her dürften sich die meisten Aufschläge um oder etwas über EUR 100 brutto pro Jahr bewegen – unabhängig davon, wie viel Grundgebühr jeder an seinen Stromversorger zahlt. Inwieweit und in welcher Form dies von den Stromversorgern an die Prosumer weitergegeben wird, bleibt jedem Stromversorger überlassen, wobei Übertreibungen hier hoffentlich vom Markt verhindert werden.

    Interessant wird auch noch, wie in diesem Zusammenhang reduzierte Netzentgelte behandelt werden, z.B. für Betreiber steuerbarer Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG. In dem Festlegungsentwurf habe ich dazu nichts gefunden.

    Was ist denn deines Erachtens daran überdimensioniert oder falsch gedacht ?

    Was ich vor allem nicht verstehe ist wie sich diese ganzen Investitionen rechnen sollen. Hast Du denn mal überschlägig die geplanten Investitionen den voraussichtlichen Einnahmen (einschl. Kosten-Einsparungen z.B. bei Strombezug, aber abzüglich Brennstoff- und Wartungskosten) gegenüber gestellt? Und wenn ja, wie lang muss das Ganze laufen bis Du Dein Geld wiedersiehst?

    Übrigens habe ich Deinen Eingangsbeitrag so verstanden, dass es hier nicht um Dein Haus geht sondern um das Deiner Tochter. Für dieses haben wir bisher weder Daten zum Wärmeverbrauch noch zum Stromverbrauch, also kann man hier auch nichts rechnen. Ich weiß nur, dass Heizöl (das wäre ja der Kraftstoff für das "BHKW") in D aktuell etwa das 1,4fache pro kWh von Erdgas kostet, in A wird das nicht viel anders sein. Es wäre also völlig unattraktiv, derzeit eine Heizung von Erdgas auf Heizöl umzustellen – und das geplante "BHKW" wäre ja nichts anderes.Daher sehe ich nicht, wie man mit einem 14 kW Heizöl-Generator und dem Strom- und Wärmebedarf eines 180m2 Gebäudes über den eingesparten Strombezug auch nur die laufenden Kosten hereinholen kann, geschweige denn die Investition zu amortisieren.

    Das gleiche gilt für die riesigen Speicherkapazitäten: Im Sommer könnte man einen 64 kWh Speicher mit einer 30 kWp PV zwar laden, aber man braucht den Strom nicht. Im Winter könnte man den Strom vielleicht brauchen, aber selbst eine große PV kriegt ihn nicht geladen.

    Grobe Abschätzung: Selbst wenn der Haushalt Deiner Tochter 15 kWh Strom am Tag verbraucht, könnte eine große PV-Anlage davon im Sommer auch bei bedecktem Himmel ca. zwei Drittel direkt abdecken, so dass man pro Tag wohl kaum mehr als 5 kWh aus dem Speicher bezieht. Im Winter sieht das anders aus: Im Januar könnte eine 30 kWp Anlage am Standort Wien (Südausrichtung, 35° Neigung) im Durchschnitt ca. 50 kWh/Tag erzeugen (wenn kein Schnee drauf liegt). Nimmt man für das Haus den Durchschnitts-Wärmeverbrauch von 120 kWh/m2, so ergäbe das bei 180 m2 einen Wärmeverbrauch von 21.600 kWh im Jahr, davon im Januar 17% = 3.670 kWh oder 120 kWh/Tag. Eine LW-WP würde dafür mit COP=3 etwa 40 kWh/Tag Strom verbrauchen. Hinzu kommt der Haushaltsverbrauch mit 15 kWh, gibt zusammen 55 kWh. Somit würde also an einem durchschnittlichen Tag die gesamte PV-Produktion von Haushalt und WP direkt verbraucht, zum Laden des Speichers bleibt nichts übrig. (De facto würden wahrscheinlich am Mittag ein paar kWh eingespeichert und abends wieder verbraucht.) Meiner Meinung nach läge das wirtschaftliche Optimum für die Speichergröße unter diesen Annahmen bei vielleicht 12 kWh. Vielleicht kann man das verdoppeln um auf der sicheren Seite zu sein. Aber alles was darüber hinausgeht ist aus meiner Sicht einfach rausgeworfenes Geld.