Beiträge von bkohl

    Weitere Schwierigkeit:
    Ich entscheide jeden Tag wetterabhängig neu, wie ich heize. Bis auf den Kaminofen, könnte Ich es automatisieren, wenn eine tägliche PV-Ertrags-Prognose maschinell in die Steuerung einfliessen würde. Das scheitert momentan aber an akzeptablen Angeboten für API's der Wetteranbieter.

    Es geht auch billiger:
    Preiswerte Heiz-Klimaanlagen könnten cloudgesteuert unterstützend tätig werden. Hier fehlen lediglich die Strompreisanreize. Mit ihnen gäbe es auch die Apps dazu.

    Preisdämpfend kommt hinzu, dass geringere Betriebsstunden der BHKWs und Wärmepumpen lebensverlängernd und Wartungskosten reduzierend wirken. Als Nebeneffekt erhalte ich eine Redundanz im Havariefall.

    Ich messe die Regierung, inwieweit sie willens ist, in Überschusszeiten die Netzentgelte zu reduzieren, damit ein wirksamer Anreiz entsteht, Strom zu verbrauchen. Meinetwegen auch mit mehreren Preiszonen in Deutschland.

    sailor773 hatte zeitgleich oben noch diesen Erklär-Link eingefügt, der vom Grundsatz garnicht so weit von Deiner Analyse abweicht.
    Die Diskussion BHKW vs WP ist ein Paradebeispiel, das die Lösung oft nicht im Entweder-Oder, sondern im Sowohl-Als-Auch besteht.
    Flexibilisierung ist offenbar der Königsweg. Konkret heisst das, dass die BHKWs preisgesteuert in Stromspitzenzeiten laufen sollten, und die WPumpen in den Talzeiten.
    Ausgerollt in der Fläche, würde es die "schlechten" neuen Gaskraftwerke überflüssig machen und CO2 Emissionen minimieren.
    Ob dieses vernünftige Konzept sich durchsetzten kann, lässt sicher tief blicken wie verfilzt der Energiesozialismus in Deutschland tatsächlich ist.
    Staatsaufträge - und das sind Subventionen und Rüstung im Kern - sind i.d.R. hochlukrativ und unwirtschaftlich zugleich. Um dem Bürger es dennoch zu verkaufen wird natürlich auch gelogen und gebogen. So sind die Menschen nunmal.

    sailor773
    Die richtigen Annahmen sind der Knackpunkt. Zur Kontrolle habe ich ChatGPT Deine Zahlen rechnen lassen und im Vergleich dazu mit den von ChatGPT vorgeschlagenen Emissionsfaktoren verglichen. Hier wird aber nur der reine Winterbetrieb gerechnet. Im Sommer sollte man sowieso kein Erdgas verbrennen (i-KWK).

    Strom 380g/kWh, Gas 237g/kWh => Therme= 249g, BHKW= 190g, WP=123g
    Einsparung: BHKW 24%, WP 51%
    Strom 500g/kWh, Gas 202g/kWh => Therme=210g, WP= 160g, BHKW=80g
    Einsparung: BHKW 62%, WP 24%

    Es lohnt offenbar auf den Strom-Emissionswert etwas genauer zu schauen, wer ihn in welche Richtung verbiegt, um sein Narrativ zu stützen. Die Konsequenzen sind drastisch. Das Konzept des Marginalwerts (600-800g) vestehe ich noch nicht. Es ähnelt dem Grenzsteuersatz, welcher bei Änderungen des Einkommens hart zuschlägt (aber eben in beide Richtungen).

    PS: der reine Winterbetrieb resultiert aus meinem eigenen Erleben. Ich kaufe etwas Gas im Winter und Strom eigentlich garnicht mehr. Werde den Stromanschluss dieses Jahr stilllegen lassen. Hochskaliert hiesse dies perspektivisch, dass viel vom Sommerstrom im grünen Methan für den Winter enden könnte. Aber da fehlt noch etwas Forschung bis zur Marktreife.

    GM1967 Wie kommst Du darauf, dass Medien unabhängig sein könnten? Sie sind abhängig vom Geldgeber, dem Parteienproporz der Rundfunkräte, davon wie Chefredakteure gestrickt sind, Anzeigenkunden und nicht zuletzt der eigenen Leserklientel. Der Wahrheit am nahesten kommt man nur durch Bewertung eines breiten Spektrum von Medien, also so wie die Wahrheitsfindung in Gerichten praktiziert werden sollte.
    Ich finde es sehr bedenklich, dass in Deutschland im Fernsehen und Radio keinen einziger frei empfangbarer Sender existiert, der der größen Oppositionspartei nahesteht. In den USA und vielen anderen Ländern ist das eine Selbstverständlichkeit. Der Dreiländersender Kontrafunk z.B. ist leider nur in der Schweiz über DAB empfangbar.

    Eigentlich wollte ich die Klappe halten. Aber weil ich die Leute hier im Forum mag und es für mein seelisches Gleichgewicht gut ist, muss ich es loswerden ....

    Ihr scheint ja der Meinung des Wichtes Höcke größte Bedeutung beizumessen. Meines Erachtens hat keiner dem Konservatismus der AFD größeren Schaden zugefügt. Widerwillen das beste U-Boot der CDU in der AFD. Aber er ist nicht die AFD und definitiv nicht die Wählerschaft. Würdet ihr auch "Thüriger Rostbrätel" ablehnen, wenn er es als urdeutsch bezeichnet?

    Also ich halte mich manns genug, selbst zu entscheiden, ob ich ein Medium gut finde oder nicht. Wikipedia ist einfach zu regierungslastig, was die Darstellung von Regierungskritikern betrifft. Letztens wurde ihr deswegen sogar mit dem Geldhahn gedroht.

    Dass man mit den Zeitgenossen nachsichtig sein sollte, die die DDR nicht selbst erlebt haben, ist ein "running gag" hier im Osten: Warum? Na weil es ihre erste Diktatur ist. Nehmt es mir bitte nicht übel, aber an diesen Spruch musste sofort denken. Mittlerweile zähle ich allerdings auch meine Töchter dazu. Nichts topt eigenes Erleben.

    Ich behaupte mal, ich rieche den Aktivisten oder Neudeusch das Framing sofort. Haltungsjournalismus ist nicht nur schlechter Journalismus. Die haben einfach den Beruf verfehlt. Oder kurz als Ostwitz: "Die SED wollte das Westfernsehen verbieten, mittlerweile bin ich auch dafür"

    Propagandasender wie der RIAS und "Radio Free Europe" wurden von der CIA bezahlt aber sie waren unabhängig von Ostberlin und haben den Finger in die Wunde gelegt. Nichts anderes tut RT heute. Wer genau das wissen will, spart sich viel Zeit, muss aber mündig genug sein mit Propaganda umzugehen. Sowas kann man aber lernen.

    Ich habe RIAS gehört, obwohl Klassenkameraden von mir fasst von der Penne geflogen sind wegen des Westfernsehens. Die meisten wissen heute nicht mal wie man an RT rankommt, schlimmer noch: sie wollen es auch nicht. In Deutschland ist nur eine Einstellung im Browser nötig. Die Schweiz blockiert "Feindsender" nicht.

    Ich liebe Sprüche wie "Männer bezweifeln alles, Greise glauben alles, die Jungen wissen alles". :)

    Deswegen verliere ich den Glauben an die Jugend nicht und belasse aus Respekt die Alten in ihrer Welt.

    Ich schätze wir wollen noch nicht zu den Greisen gehören. :)

    bluwi und alikante
    ich habe alles nochmal überarbeitet und hoffe dass mein Anliegen durchdringt.
    Das Ergebnis, dass ein BHKW mit 30% Wirkungsgrad die beste Wärmepumpe schlägt, hat mich selbst überrascht. Wir im Verein sollten nicht nachlassen die i-KWK, also die Kombination von Wärmepumpe/Klimaanlage, BHKW und variablen Stromtarifen zu promoten, weil das IMHO die beste Lösung für Deutschland darstellt. Und das möglichst in allen Leistungsklassen. Das generelle Umstellen auf starke Wärmepumpen bei Altbauten treibt in Deutschland den PEF nach oben und wirkt dadurch kontraproduktiv. Andererseits ist das Erdgas zu schade, um in alter Brennwert-Technik verfeuert zu werden. Aber wie erklärt man das einem Politiker?

    Was ist die ökonomisch/ökologisch beste Heizung für mich?

    Platter gesagt: was ist die beste Art Erdgas im Winter zu verbrennen. Altmodisch wie die Römer im Brenner, im BHKW zuhause oder in der Gasturbine auf dem Feld für meine heimische Wärmepumpe.
    Hierfür ist ein Vergleichsmaßstab bereits gefunden: die Primärenergie-Effizienz.

    Ein ehrlicher Vergleich wird aber erschwert durch folgende Faktoren:
    - verwirrend komplexe Datenblätter der Hersteller, von der Werbung ganz zu schweigen
    - verschiedene Interpretationen des Primärenergiefaktors (nach GEG oder saisonal)
    - verschiedene Einsatz Szenarien (Wärmedämmung, Vorlauftemperatur)
    - Ideologische Scheuchklappen

    Das soll dem Leser - vielleicht später auch in Form eines Artikels - helfen, Antworten auf folgende Fragen zu finden;
    1. Wann ist ein BHKW die ökologischere Lösung als eine Wärmepumpe?
    2. Wie viel unökologischer ist die preiswerte Brennwerttechnik wirklich?
    3. Investiere ich ökologischer in die Dämmung oder in neue Technik?

    Zuerst sollten die angeandten Begriffe definiert werden

    Primärenergieeinsatz (PE)
    PE beschreibt, wieviel CO2-wirksamer fossiler Primärenergieeinsatz (Kohle, Erdgas) für die Bereitstellung einer Endenergieart (Strom, Erdgas) nötig ist.

    Primärenergiefaktor (PEF)
    Der PEF beschreibt das Verhältnis von PE und bereitgestellter Energie (incl. Übertragungsverluste). In Deutschland ist er 1,8 für Strom und 1,1 für Erdgas.
    Dieser verschlechtert die Klimabilanz von strombetriebenen Heizungen. Der auf die Heizsaison bezogene Wert für Strom ist mit 2,54 deutlich höher. Ein Zubau der Erneuerbaren oder Deindustrialisierung verbessert ihn - eine höhere Winterstromlast in Zukunft durch Stromheizungen vergrößert/verschlechtert ihn. Der Wechsel von Braunkohle zu Erdgas verändert ihn aber nicht, obwohl CO2 Emissionen verringert werden. Ein Vergleich mit Norwegen z.B. ist nicht möglich weil die Bewertungen unterschiedlich sind.

    Primärenergieeffizienz (PEE)
    Sie ist der reziproke Wert des Primärenergiefaktors für die jeweilige Endenergieart.
    Sie beschreibt die Verbesserung einer Heizart gegenüber der direkten Verbrennung von Erdgas/Kohle für Heizzwecke

    Beispiele der PEE mit "Winter-PEF" für verschiedene Heizungsarten
    (Formel-Link nach ChatGPT)

    Gasheizung: ............................PEE = 90% ............erzeugte Wärme/Primärenergieeinsatz
    Elektrodirektheizung: ............PEE = 39% ............PE / PEF
    Wärmepumpe (SCOP=4) .......PEE = 157% ..........SCOP / PEF
    Wärmepumpe (SCOP=6.5) ....PEE = 256% ..........SCOP / PEF
    BHKW (ηel=20%, ηth=75%) ...PEE = 152% ..........erzeugte Wärme/eff. Primärenergieeinsatz
    BHKW (ηel=30%, ηth=65%) ...PEE = 273% ..........erzeugte Wärme/eff. Primärenergieeinsatz

    Berechnung BHKW:
    Bezug: 1,0 kWh Brennstoff (Primärenergie)
    Wärmeertrag = 0,75 kWh und Stromertrag = 0,20 kWh
    Stromgutschrift bei PEF = 2,54: 0,20kWh ×2,54 = 0,508 kWh
    Effektiver Primärenergieeinsatz: 1,00kWh − 0,508kWh = 0,49 kWh
    Primärenergieeffizienz: PEE = 0,75kWh / 0,49kWh ≈ 152%

    Fragen die sich mir aufdrängen:
    - wie hoch sind die Vermeidungskosten für CO2 bei Wärmepumpen/BHKW für mich und den Steuerzahler, gegenüber einer Brennwert-Therme
    - investiere ich das Geld nicht besser in eine Dämmung?
    - welchen SCOP erreicht eine WP wirklich bei alten Bestandsimmobilien


    Anhang: Datenblatt-Beispiel der sehr guten WP von Lambda (30T€)

    sailor773

    Ich danke dir für deine Erklärung niemals rechtes Gedankengut auch nur an Dich heranzulassen, weil sie das Problem sehr schön illustriert , weshalb wir die Rolle rückwärts machen müssen :

    Nicht nur die Politik weigert sich die Argumente der Gegenseite auch nur anzuhören von einer offenen Debatte ganz zu schweigen. Viele Bürger sind nicht viel besser. Dabei kann man nicht nur von Richtern sondern auch von ganz normalen mündigen Bürgern erwarten, sich bei Problemsituationen alle Ansichten anzuhören.