Beiträge von gunnar.kaestle

    Ich vermute, dass die Betriebskosten über die Lebensdauer einer Klimaanlage deren Anschaffungskosten übersteigen. Von daher war meine Vermutung, dass man sie nur dann einschaltet, wenn es drinnen zu warm wird. Wenn man nun von einem gut gedämmten Haus ausgeht, dann gibt es noch die Möglichkeiten des Wärmeeintrages über die direkte Sonnenstrahlung durch die Fenster, sowie durch konvektive Einströmung warmer Außenluft. Gegen die Aufheizung durch die Fenster kann man die Rollläden zumindest teilweise runterlassen ohne komplett im Dunkeln zu sitzen und beim zweiten Punkt sollte man wie im Winter die Fenster nicht auf Kipp stehen lassen - zumindest nicht tagsüber.

    150 kW sind bei einer Solarkonstante von 1,3 kW/m2, wovon ca 1 kW/m2 am Boden bei sonnenklarem Wetter ankommen, entsprechen einer lotrecht zu den Sonnenstrahlen stehenden Vergleichsfläche für angestrahlten Dach- und Wandflächen von 150 Quadratmetern. Die sind aber bis auf wenige Ausnahmen gemäß Annahme doch gut gedämmt, d.h. das Hausinnere sollte sich nur sehr langsam erwärmen - im Gegensatz zur den äußeren Schichten der Außenhaut, die sich stark erwärmt, aber diese Wärme wird an die Außenluft und nicht nach innen abgegeben.

    Und zur These mit der Legionellenproblematik, weiss ich nicht, ob das nicht eine gefühlte oder tatsächliche Gefahr ist, wenn man selbst bei Warmwasserverteilsystemen im EFH sagt, dass hier aufgrund der kleinen Volumina kein Risiko vorhanden ist, sondern erst bei größeren Mehrfamilienhäusern, Hotels, etc. Wenn man diese auf Null reduzieren will, kann man wie bei einer Frischwasserstation eine Systemtrennung per Wärmeübertrager vornehmen (siehe Bild). Ein Kaltwasserspeicher kann die Kühle von einem Schwung Frischwasser (Duschen, Toilettenspülung, Badewannenfüllung) aufnehmen und langsam abgeben. Weil die Grädigkeit von Kaltwasser aber klein ist und deswegen auch eine Schichtung zu hinterfragen ist, liebäugle ich mit der Idee, eine PCM-Schüttung als Speichermaterial zu verwenden, die dabei helfen soll, die Temperatur in der Dachgeschossdecke im Bereich von sagen wir mal 20-25 °C zu halten.

    Gruß
    Gunnar

    Hallo,

    für eine Mikro-KWK-Anlage ist es wohl zu groß, aber aus dem PkW-Sektor sind doch schon einige Motoren für den BHKW-Betrieb angepasst worden. Hier wird ein Motor von Geely vorgestellt und analysiert, der als extremer Langhuber mit Miller-Zyklus als Range-Extender für Hybrid-Fahrzeuge entwickelt wurde und einen Wirkungsgrad von 48 % erreichen soll.

    Wenn ich mich recht erinnere, ist der Erdgas-Motor von VW (2 l ?) bei einigen Herstellern auch für 20 kW BHKWs eingesetzt worden. Auf welchen Wirkungsgrad ist man da gekommen? Die 20 kW waren wohl im niedrigem Teillastbetrieb bei 1500 U/min erreicht worden, stimmts? 48 % Wirkungsgrad kenne ich nur bei großen VKM in der Größenklasse von Schiffsdieseln. Ob jemand dieses Design auch für stationäre Stromerzeuger anpassen wird?

    Gruß
    Gunnar

    Der Anwendungsregel 4105 ist egal, wie groß die DC-Leistung der PV-Module sind, es kommt nur auf die AC-Leistung des Wechselrichters an. Das EEG kennt eine Begrenzung von 2 kW Modulleistung, bis zu der die Vereinfachungen für sog. Steckersolargeräte gelten. Die 7 kW kommen aus dem Messstellenbetriebsgesetz, da ab dieser Anlagenleistung ein intelligentes Messsystem vorgeschrieben ist. Das ist also eine ökonomische Barriere, keine wirklich harte Grenze. Wenn Du unbedingt 10 kW PV-Module mit einem 0,8 kVA Hybrid-Wechselrichter koppeln willst, der auf 800 Watt AC-Leistung gedrosselt ist und auf einen DC-Strang (stationäre oder mobile Batterie) die restliche Leistung verschieben willst, dann kann man das aus Sicht der FNN-Anwendungsregel 4105 machen - ich weiss aber nicht, ob das so ökonomisch sinnvoll ist. Soviel teurer ist ein größerer Wechselrichter für das PV-Gesamtpaket nicht.

    Gruß
    Gunnar

    Wenn man im EEG nachguckt, dann sind sog. Steckersolargeräte auf 2 kW Modulleistung und 0,8 kVA Wechselrichterleistung begrenzt. Also überbauen und an sonnigen Tagen abregeln (bzw. in Ost-West-Konfiguration aufbauen) oder Modulwechselrichter mit kleinem Batteriespeicher besorgen.

    Eine Zertifizierung, dass die Anforderungen der VDE-AR-N 4105 eingehalten werden, muss auch bei diesen Kleinstanlagen vorliegen.

    Gruß
    Gunnar

    Es kommt darauf an, wie der Ladealgorithmus aussieht. Der simple Greedy-Algorithmus: speichere ein, wenn ein Überschuss vorliegt und wenn das BESS voll ist, dann speise ins Netz ein und abends mache den EES wieder leer, um den Eigenbedarf zu decken, mag für den Einzelnen ok sein, aber wenn eine Vielzahl von Anlagen ähnlich ausgelegt wird, dann wird sich die Restlastrampe verschlimmeren, d.h. zu einem späteren Zeitraum an einem Sommertag wird sie umso steiler werden, weil der erste Anstieg der PV-Erzeugung erstmal weggepuffert wird, aber dann zur Mittagszeit bis zur Erzeugungsspitze die Einspeiseleistung zunimmt.

    Es wäre sinnvoller, wenn die Erzeugungsspitze am Mittag eingespeichert wird, und nicht die Flanke am Vormittag.

    Gruß
    Gunnar

    > Das zweite Wort Heizwert soll wahrscheinlich Brennwert heißen ?

    Ja, den Fehler habe ich korrigiert.

    > Aber aktuell werden wir wohl erst man beim Gasanschluss bleiben,
    > allerdings mit der Option auch Flüssiggas in unser Hausnetz einspeisen
    > zu können, bei Unverfügbarkeit des Stadtgasnetzes. Strom für unsere
    > Brennwerttherme kommt aus dem Energiespeicher, welcher von PV Anlage
    > und / oder einem kleinen Notstromaggregat gespeist werden kann.

    Können die Gasverbraucher einfach so von Erdgas auf Propangas umschalten, oder braucht man dazu einen Düsenwechsel?

    Gruß
    Gunnar

    In der aktuellen Planung sind 4 je 11 kg Propangasflaschen enthalten die in einem Holzschuppen außerhalb des Gebäudes stehen und künftig ähnlich wie im Bild im Link in Spanien schon immer üblich ( für Kochgas und Warmwasser / Heizung ). Bei uns zum optionalen Spitzenlastbetrieb der Brennwertheizung, wenn dann nur bei Frost und Verfügbarkeitssicherheit ( Ausfallreserve der WP bzw. später extrem hoher Strompreis bei leeren Wärmespeichern.

    Der Heizwert von Propan liegt bei knapp 13 kWh/kg, der Brennwert bei ca 14 kWh/kg. Mit den viel Flaschen hat man also eine Reserve von rund 600 kWh Brennwert, das sind bei angenommener 20 kW Feuerungswärmeleistung während eines sehr kalten Wintertags 30 h betrieblicher Puffer. Im Bereich der Notstromversorgung wird ein Brennstoffvorrat empfohlen, der für 72 h Betrieb ausreicht. Diese drei Tage wären auch das Szenario außerhalb eines extremen Katastrophenbildes, wenn man ohne Hektik ein (verlängertes) Wochenende lang auf die Reserveversorgung umschalten möchte.

    Gruß
    Gunnar

    Eine gasbefeuerte Brennwerttherme wäre ebenfalls vorhanden um den EInsatz von Gaskraftwerken zu vermeiden, im kleinen selbstverständlich.

    Ein hybrider Ansatz ist nach meinem Verständnis unumgänglich - das bezieht sich aber vor allem für das Gesamtsystem des elektrischen Verbundnetzes, um sehr ungesunde Winterspitzen während Kältewellen zu vermeiden. Für die einzelwirtschaftliche Optimierung ist es wahrscheinlich einfacher, bei der Wärmepumpe auf elektrische Zusatz-Heizregister zu vertrauen, dass die bei starken Minustemperaturen die Bude warm halten.

    Sich für so eine Situation, die vielleicht nur ein paar wenige Tage im Jahr auftritt, einen Gasanschluss, die Schornstein-Überprüfung etc. zu leisten lohnt sich wahrscheinlich nur für größere Objekte als für das typische EFH. Es ist also Aufgabe der Strategen im Wirtschaftsministerium durch geschickte Anreize das System zur Heizwärmeversorgung so zu steuern, dass am Ende die Leistungsbilanz bei der Bereitstellung von Heizwärme im elektrischen Subsystem ausgewogen bleibt.

    Gruß
    Gunnar