Eigenstromnutzung durch smarte Regelung verbessern?

  • Hallo

    Auf Grund immer weiter steigender Strompreise, wäre doch mehr Eigennutzung sehr sinnvoll.

    Es müßte doch möglich sein, bestimmte Verbraucherstromkreise, nur zu bedienen wenn der Dachs läuft .

    Gibt es z.b. einen potenzialfreien Kontakt über den man die Zuschaltung realisieren könnte ?

    Für technische Anregungen wäre ich sehr dankbar !

    mfg Detlev

  • Hallo,
    gibt es nicht mittlerweile geeignete Speicherbatterien aus dem PV-Bereich, um den selbst erzeugten Strom zeitversetzt wieder nutzen zu können? Wie rechnet sich eine solche Möglichkeit?
    MfG
    freshpaint

  • Hallo,

    es gibt beim Dachs einen Ausgang (230V) "Dachs läuft" mittels Relais/Schütz kann man daraus einen Poti-freien Schaltkontakt machen. Es gibt aber auch die umgekehrte Lösung, mittels Taster einen Lastgang auszulösen, wenn gerade viel Srom benötigt wird: Dachs-Ampel

    Gruß Dachsgärtner

    Besser ein kleines Kraftwerk im Keller...
    ...als eine große Stromrechnung im Briefkasten!

  • Zitat

    gibt es nicht mittlerweile geeignete Speicherbatterien aus dem PV-Bereich, um den selbst erzeugten Strom zeitversetzt wieder nutzen zu können? Wie rechnet sich eine solche Möglichkeit?

    Statt teure Batterien zu nutzen, kann das BHKW stromgeführt gefahren werden und der Wärmespeicher als super billiger funktionaler Stromspeicher eingesetzt werden. Strom soll man nur dann erzeugen, wenn er auch gebraucht wird (man kann ihn schlecht speichern) und die Wärme im Wärmespeicher zwischenlagern, bis sie gebraucht wird. Wärme lässt sich viel einfacher speichern. OK, saisonale Speicher sind ökonomisch schwierig zu rechtfertigen, aber für ein paar Stunden Pufferzeit ist die Wärmespeicherung unschlagbar günstig.

    Vgl. mit der Merit-Order-Matrix der Speicheroptionen, wobei anzumerken ist, dass über den großen Fernwärmespeicher die Graphik auf S. 29 schöngerechnet wurde. Kleinere Wärmespeicher sind natürlich spezifisch gesehen teurer.

    Gruß,
    Gunnar

    Ist die Wärme kraftgekoppelt, wird die Energie gedoppelt. (Ulli Brosziewski)

  • Hallo,

    Statt teure Batterien zu nutzen, kann das BHKW stromgeführt gefahren werden und der Wärmespeicher als super billiger funktionaler Stromspeicher eingesetzt werden.


    Anstelle solch einer inovativen Lösung träumen die Energieversorger von einem Comeback der Nachtspeicherheizung! Kleiner Schönheitsfehler: Den Heizstromkunden kann ich auch an einen kalten, dunklen und windstillen Wintertag nicht erfrieren lassen.

    Die BHKW/Speicherlösung wäre ideal, um sowohl negative wie auch positive Ausgleichenergie zur verfügung zu stellen. Anstatt desssen wird ein Stromnetzausbau vorangetrieben, damit auch die letzte Kwh Windstrom auch an Starkwindtagen für neg. Strompreise in die Nachbarländer transportiert werden kann...
    ...Der kleine Stromkunde wird´s schon zahlen!

    Gruß Dachsgärtner

    Besser ein kleines Kraftwerk im Keller...
    ...als eine große Stromrechnung im Briefkasten!

  • Es hat sich viel getan bei Batterien, aber die preiswerten Rohstoffvorräte sind begrenzt. Man sollte nicht jeden Unsinn, der innerhalb der Bundesregierung beim Tafeln im Lobbyhotel verzapft wird, mitmachen. Also, im mobilen Bereich werden ohnehin Batterien benötigt, die sind schon da und könnten von den bereitwilligen Elektroautofahrern ohne größeren Aufwand zur Netzstabilisierung und Speicherung zur Verfügung gestellt werden, sie würden einen doppelten Nutzen erfüllen.
    Wenn die allzu optimistischen Abschätzungen , dass ein kWh Lithiumbatterie in zwei Jahren nur noch 200 Euro kostet und 4000 Zyklen bei geringer Entladungstiefe hält, bzw. 10 Jahre, dann wären damit Speicherkosten von nur 5 Cent pro kWh erreicht, wovon wir aber noch weit entfernt sind.
    Aber wir plündern damit unseren Planeten von Lithiumreserven.

    Eine viel sinnvollere Verwendung wäre die sofortige Verwendung des dezentral erzeugten Stromes unmittelbar im für alle offenen, allgemeinen Stromnetz, in dem wir ebenfalls unsere Anlagen, sowohl Stromverbraucher, wie Erzeuger, von einer zentralen Stelle steuern lassen. Die Wärme kann man problemlos tageweise zwischenspeichern.

    Ich kann also Gunnars Aussage nur bestätigen. Nein, Batteriespeicherung ist der falsche Weg und liefert uns nur noch weiter den Großen aus.
    Meine Bitte: Schlagt entsprechende Angebote von Herrn Altmaier aus! Wenn Ihr Elektrofahrzeuge oder mobile Geräte damit betreiben wollt, dann kann ich nur zuraten.
    Hin- und herladen nutzt nicht nur Batterien unnötig ab, sondern behindert das dezentrale Netz, das wir so dringend benötigen.

    Wir Elektroautofahrer sind bereit, jeden "Sturm" in unseren Fahrzeugen unterzubringen. Eine doppelte Investition ist nicht sinnvoll.
    Nur zum Auffangen des Windüberschusses sollte der Betrieb der Aluminiumelektrolyseanlagen noch erlaubt werden. Ansonsten gehören diese in Deutschland abgestellt.

    Bitte stattdessen den Kreisabgeordneten ansprechen und darauf hinweisen, was in unserer Regierungspolitik falsch läuft.
    Über die Errichtung eines Speiselokals in Parlamentsnähe ist nachzudenken, damit wir unsere Abgeordneten und Politiker zur Vernunft bringen können.

    Motto: gute Energiepolitik geht über den Magen.


  • Anstelle solch einer inovativen Lösung träumen die Energieversorger von einem Comeback der Nachtspeicherheizung! Kleiner Schönheitsfehler: Den Heizstromkunden kann ich auch an einen kalten, dunklen und windstillen Wintertag nicht erfrieren lassen.

    Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien in Wärmeanwendungen:

    Zitat

    In zahlreichen Publikationen wird die These vertreten, dass in Strom-WP heute Strom fossi-ler Mittel- und Spitzenlastkraftwerke eingesetzt wird (vgl. zitierte Quellen in Hauser et al. 2011). Der CO2-Ausstoß dieses Verdrängungs-Strommixes ist deutlich höher als der des deutschen Durchschnitts-Strommixes (vgl. Tabelle 6) und nur WP mit JAZ ≥ 3,5 verursachen geringere CO2-Emissionen als Erdgasbrennwertkessel (Abbildung 6). Solche hocheffizienten WP sind aber heute kaum zu finden (Nast 2010, Miara et al. 2011). (S. 24)

    Politische Handlungsempfehlungen auf S. 28:
    5.1 Nachtspeicherheizungen
    5.2 Wärmepumpen
    5.3 Elektrische Zusatzheizungen (bivalente Wärmeerzeuger)

    Gruß,
    Gunnar

    Ist die Wärme kraftgekoppelt, wird die Energie gedoppelt. (Ulli Brosziewski)

  • Laut aktuellem Diskussionsstand des BMU will man offensichtlich
    entweder
    - Eigenstrom mit (EEG?)-Umlagen belasten
    oder (falls z.B. nicht messbar)
    - eine erhöhte jährliche Anschlussgebühr für den Netzanschluss fordern.

    Ziel soll sein, eine "Entsolidarisierung" der Eigenstrom-Produzenten zu vermeiden :(

    P.S: Stärkung von Eigeninitiative & Eigenverantwortung sieht m.E. anders aus.
    Aber damit die EEG-Umlage nicht weiter steigt, will man offensichtlich die Einnahmenseite verbreitern ...

  • Die Politik verlangt aber zur Zeit das wir Strom selber nutzen sollen. Siehe Bezuschussung EEX und Ersparniss Eigenverbrauch.
    So finde ich es zur Zeit sinnvoll ein Akku aus alten Gabelstabler oder ähnliches einzusetzen und eine kleine Modulation möglich macht. Oder die Verbraucher so einzustellen das diese möglichst gleichmäsig Strom benötigen.

    gruß
    Pfleger