energetische Gebäudesanierung beschleunigen

  • Wäre aber ne Möglichkeit weg von der "Ersatz-" hin zur "Hauptmaßnahme".

    Versteht mich nicht falsch aber der Begriff Ersatzmaßnahme hat den fahlen Beigeschmack eines faulen Kompromisses.

    Und im Ernst jedes Gramm Biogas (BioMethan) das einfach nur Verbrannt wird ist ein Gramm zuviel.

    mfg

  • Wäre aber ne Möglichkeit weg von der "Ersatz-" hin zur "Hauptmaßnahme".

    Das Ding heisst aber nun mal Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz und nicht KWK-Gesetz. Das KWK-Gesetz ist Bundessache und da hat ein Land nicht viel zu melden. Wie man am Beispiel von BaWü sieht, kann ein Land aber ein EEWärmeG erlassen. Guck mal, dafür isses als ein Programmpunkt gedacht:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Landtagsw…dersachsen_2013

    Welche Paragraphen da wie reinkommen sollen, ist eine andere Frage.

    So ist IMHO auch bei einem Energiespeicherfördergesetz es sehr ratsam, auch funktionale Elektroenergiespeicher mit zu integrieren - das sind aber Details, die nichts in einem plakativen Programmantrag zu suchen haben.

    Gruß,
    Gunnar

    Ist die Wärme kraftgekoppelt, wird die Energie gedoppelt. (Ulli Brosziewski)

  • Es ist aber eine Grundsatzfrage ob es nur ein EEWärmeG ist - oder eine EEWärmeG, das die KWK der ausschließlichen Verbrennung von EE-Brennstoffen gleichstellt.

    Daher gehört die KWK mit in den Grundsatzantrag, damit einzelne EE-Hardliner da später die KWK nicht "vergessen".

    Ohne grundsätzliche Festschreibung von KWK -> Dagegen.

    Man achte darauf, dass der BHKW-Lieferant nicht gegen § 312 StGB verstößt. :neo:

  • Zitat

    nur die Heizöler?

    Weil Heizöl ein Erdölderivat ist und Erdgas nicht. Peak Gas ist warscheinlich erst in den 30er Jahren dran, noch nach Peak Coal (Mitte 20er Jahre). Peak Oil war 2005.

    Schau Dir mal die Punktewolke in der Abbildung "Phase-Shift" an:
    http://peakoil.com/forums/post1102841.html

    Ich kann dir gerne den Original-Artikel von Murray und King zuschicken: "It seems clear that it wasn't just the 'credit crunch' that triggered the 2008 recession, but the rarely-talked-about 'oil-price crunch' as well. High energy prices erode family budgets and act as a head wind against economic recovery."

    Colin Campbell predicts credit crunch due to peak oil 2005
    http://www.youtube.com/watch?v=lDNMjV6sumQ

    Ich erkläre mir das so, dass durch die hohen Preise beim Peak Oil nun auch zweiklassige Funde erschlossen werden, also Teersände aus Kanada, Ölschiefer in den USA, schnittfestes Schweröl aus Venezuela, etc. Die sind nicht nur teuer zu heben, sondern vor allem auch energieintensiv. Der Erntefaktor, der in den Anfangsjahren bei 100 lag, ist mittlerweile auf rund 20 gesunken und die oben genannten unkonventionellen Erdölfunde gehen runter auf 3-5. Ein Erntefaktor von 20 interpretiere ich so, dass man für eine dauerhafte Nutzung von 100 Einheiten man 5 Einheiten bezahlen muss. Das ist also sowas wie ein energetischer Förderderzins.

    Wenn man den Ertragswert der existierenden Infrastruktur nun mit einem wachsendem Zins berechnet, dann nimmt dieser Ertragswert ab. Das kann auch Auswirkungen auf den Beleihungswert haben und Fremdkapital steht dann nicht mehr so einfach zur Verfügung. Als ich den Scatterplot mit der sich radikal ändernden Preiselastizität gesehen habe, ist mir ganz flau geworden. Der Preis wird nicht mehr von der Merit-Order bestimmt, also den Grenzkosten der nächst-teureren Quelle, sondern es ist ein Verkäufermarkt geworden, bei dem sich das Gleichgewicht bei den Opportunitätskosten auf Seiten des Verbrauchers für Substitution oder Verzicht einstellt.

    Je schneller man weg vom Öl kommt, desto gesünder ist es für die Volkswirtschaft. Heizöl als Diesel umgetauft kann im Transportsektor eher helfen und es gibt auch zahlreiche Heizzysteme als verfügbare Alternativen, die gibt es bei der Mobilität noch nicht. In Deutschland werden gut 100 Mio Tonnen Erdölprodukte verbraucht, davon gehen 50-60 Mio t in den Verkehr (Benzin, Diesel, Kerosin). Ein Liter Heizöl entspricht grob 10 kW, eine Tonne also ca 10 MWh, 100 Mio Tonnen sind ~ 1000 TWh.

    Gruß,
    Gunnar

    Ist die Wärme kraftgekoppelt, wird die Energie gedoppelt. (Ulli Brosziewski)

  • So So Gunnar,

    ihr möchtet also den Verbrauch von Heizöl senken um länger Diesel für den Verkehrssektor zu haben??

    Dazu in den Markt eingreiffen, fix ne Steuer erhoben und gut?? Das bedeutet im Umkehrschluss das mehr Gas verbraucht wird und dieses dann teuerer wird und die Vorkommen eher erschöpft sind. Klasse _()_

    Du führst höhere Steuern in anderen Europäischen Ländern an - Kunststück in Südeuropa (Griechenland,Italien) braucht man zum heizen auch nur einen Bruchteil - weil da isses warm :evil:

    In Dänemark heizt man dafür gern mal mit Strom - is auch ganz easy wenn man 35Jahre Vorsprung in Sachen Wind/Wasser/Bioenergie hat.

    Wenn Ihr das schon so machen wollt dann müssen gleichzeitig bezahlbare Alternativen geschaffen werden und bitte keine Ausnahmeregelungen/Schlupflöcher für energieintensive irgendwas oder gutsituierte Seilschaften lassen. Das muß von allen Schultern getragen werden sonst gehts nach hinten los.


    |__|:-)

    PS: soweit ich gelesen habe wird die Kohle noch über hundert Jahre reichen - da geht doch noch was.
    Und Hubbert ist ja wohl alles andere als unumstritten, er hat mit seiner Theorie schon 1925 zu enormen Gewinnen der Öl Multis (API) verholfen. Der Ölpreis kannte nach WW2 nur eine Richtung, nach unten, als die ÖL Multis schon 25Jahre am Hungertuch nagten hat Hubbert 1970/71 seine Theorie wieder ausgegraben -> das Resultat ist bekannt plötzlich wurde das Öl knapp und teuer.
    Ich persönlich halte Hubbert nicht für einen Gutmenschen sondern für die Marionette der Konzerne.