aktuell sind nur 4 von 17 AKWs am Netz

  • Da im Moment wie bereits an anderer Stelle geschrieben nur 4 AKWs von den 17 am Netz sind, sollte man mal aktuell versuchen rauszubekommen, wie dies ausgeglichen wird. Wieviel alte Kohlemeiler sind dafür ans Netz gegangen und wieviel Strom importieren wir?

    LG

    Bruno

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  • müsste denke ich mal die BNA beantworten können.

    Gruß
    Tom

    Dachs HR | Kontrollierte Wohnraumlüftung | Solarthermie 7,5m² | PV-Anlage 13,3 kWp |Wärmepumpe Panasonic 5kW Monoblock | Batteriespeicher 7,7kWh mit SMA Storage 2,5kW | E-Heizstab 6kW im Puffer | Live unter Live aus dem Reger-Castle

    Seit 09.09.2016 KIA Soul EV als Strompeicher mit Lenkrad :P
    Seit 16.02.2019 Hyundai Kona für noch mehr Speicherkapazität, KIA verkauft :S
    Seit 06.07.2023 IONIQ6, für noch mehr Speicherkapazität -> Kona verkauft:saint:

  • Zitat

    denn anscheinend sind wir immernoch im Preisbildungsmarkt und noch nicht in einem Kapazitäts-Engpassmarkt

    So ist es. Die Merit-Order-Kurve hat sich verändert: im linken Bereich ist das Grundlastsegment nun kürzer geworden. Stromerzeugungskapazitäten sind nach wie vor vorhanden, die werden aber gerne nicht in Anspruch genommen, wenn der Strompreis im Ausland günstiger ist. Daher gibt es dann im Teillastbereich weniger einen verstärkten Einsatz von alten Kohlekraftwerken (die haben auch Kosten, die sie im Markt wiederverdienen müssen), sondern einen abnehmenden Export ins Ausland bzw. Import aus dem Ausland. Umgekehrt ist zu Spitzenlastzeiten der Deutsche Peak-Strom bei Sonnenschein deutlich günstiger, weil dann dank des Merit-Order-Effektes noch nicht die ganz teuren Kraftwerke am Netz sind, sondern erst die semi-teuren. Dann lohnt es sich, diese Kraftwerkskapazitäten noch etwas stärker anzufahren und den Strom ins Ausland zu exportieren, weil dort die Spitze noch viel ausgeprägter ist.

    Siehe auch:
    Kurzstudie des Öko-Institut: Stromimporte aus Frankreich?

    Gruß,
    Gunnar

    Ist die Wärme kraftgekoppelt, wird die Energie gedoppelt. (Ulli Brosziewski)

  • Zitat

    müsste denke ich mal die BNA beantworten können.

    Die BNetzA ist für solche marktgetriebenen Prozesse nicht zuständig. Das erledigt das Kartellamt - wo unter anderem die Frage von Marktmacht untersucht wurde: Kann ich durch künstliche Zurückhaltung von Kapazitäten den Marktpreis für meine anderen Erzeugungseinheiten hochtreiben?

    Das Kartellamt hätte das Abschalten von 5 GW Kernkraftwerksleistung auf einen Schlag wahrscheinlich untersagt;-)

    Die BNetzA beschäftigt sich aber mit fragen, die den Netzbetrieb beeinflussen. Und hier muss man sich schon langfristig Gedanken machen, wie das Übertragungsnetz zu betreiben ist, wenn die Großgeneratoren, die vorher direkt an diesem hingen nun wegbrechen. Unter dem AZ BK6-11-098 sammelt die BNetzA Ideen für das virtuelle Kraftwerk Deutschland ein. In diesem Fall als TopDown-Ansatz (Wegbrechen der Erzeugungsanlage auf HöS Ebene und Substitution der Funktionalität durch die HS-Ebene) und nicht als sonst üblicher BottopUp-Ansatz (Aggregation der NS-Ebene zur Erbringung von kumulierten Dienstleistungen auf MS-Ebene).

    Es ist streng genommen ein Regelenergiekraftwerk, da Schaltoptionen sowohl für die Wirkleistung (Redispatching) als auch für die Blindleistung (Spannungshaltung) gebraucht werden. Der letzte Punkt könnte auch interessant für größere KWK-Anlagen in 20 kV / 60 kV / 110 kV sein. Zur Begrenzung des Spannungsanstieges im NS-Netz soll in Zukunft auch eine Erzeugungsanlage am Niederspannungsnetz Blindleistung einspeisen, obwohl das aufgrund der starken ohmschen Charakteristik von NS-Kabeln weniger effektiv ist als in den höheren Spannungsebenen. Es ist ein bischen hirnrissig, Blindleistung mehrere dutzende km zu transportieren (Erhöhung der Netz-Verluste, Belegung von Leitungskapazitäten durch den gestiegenen Scheinstrom) sondern die sollte möglichst bald kompensiert werden. Also: Induktive Blindleistung beziehen, über eine induktive Strecke jagen (z.B. Trafo), dadurch die Spannung senken und dann wieder kompensieren. Wenn das alles im Übertragungsnetz ankommt, dann haben die nicht nur nicht genug fehlende Stellmöglichkeit, um ihren eigenen Blindleistungsbedarf (HS/HöS-Netze sind stark induktiv) zur Spannungshaltung zu decken, sondern sie müssen auch den kumulierten Solarstrom (cos phi von 0,9 heisst auf 1 MW Wirkleistung kommt ca 0,5 MVAr Blindstrom) kompensieren.

    Gruß,
    Gunnar

    Ist die Wärme kraftgekoppelt, wird die Energie gedoppelt. (Ulli Brosziewski)

  • Es ist ein bischen hirnrissig, Blindleistung mehrere dutzende km zu transportieren (Erhöhung der Netz-Verluste, Belegung von Leitungskapazitäten durch den gestiegenen Scheinstrom) sondern die sollte möglichst bald kompensiert werden.

    Verstehe ich nicht ganz  

    Das Netz ist doch auch im Niederspannungsbereich induktiv, bzw. induktiv belastet. Wenn nun Einspeiser zwar Wirkleistung, aber keine kapazitive Blindleistung bringen, dann muss die doch aus dem übergeordneten Netz bezogen werden. Das würde ich so interpretieren, das die Verluste, die Du beschreibst, entstehen, wenn diese Einspeiser keine kapazitive Blindleistung bringen, und nicht umgekehrt.
    gruss
    bluwi

    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.
    Nach dem Motto: Meine Meinung steht fest, verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen!

  • Niederspannungsbereich induktiv, bzw. induktiv belastet.


    Motoren usw. in NS-Netz sind zwar induktiv aber das Netz selber erzeugt doch einen kapazitiven Blindstrom (Kondensatorwirkung zwischen den Phasen und umgebende Erde).

    Wenn das alles im Übertragungsnetz ankommt, dann haben die nicht nur nicht genug fehlende Stellmöglichkeit, um ihren eigenen Blindleistungsbedarf (HS/HöS-Netze sind stark induktiv) zur Spannungshaltung zu decken, sondern sie müssen auch den kumulierten Solarstrom (cos phi von 0,9 heisst auf 1 MW Wirkleistung kommt ca 0,5 MVAr Blindstrom) kompensieren.


    Versteh ich jetzt auch nicht ganz. Wenn viel dezentral erzeugt wird, dann muss nicht so viel transportiert werden und man muss doch auch weniger kompensieren.

    Kommt mir gerade die Idee, wenn man die richtige Mischung aus Frei- und Erdleitung wählt, braucht man doch gar nicht mehr Kompensieren.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
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  • Zitat

    Motoren usw. in NS-Netz sind zwar induktiv aber das Netz selber erzeugt doch einen kapazitiven Blindstrom (Kondensatorwirkung zwischen den Phasen und umgebende Erde).


    Stimmt genau. Kabelnetze wirken kapazitiv. Der wesentliche Punkt ist aber der dass das R/X-Verhältinis in der Niederspannung sehr viel R hat und wenig X. X setzt sich auch dem C der kapazitiven Wirkung der Kabel zusammen und dem L der induktiven Wirkung, wenn da Strom durchfließt. Bei hoher Last ist das Netz (ohne Verbraucher mit Verschiebungsfaktor ungleich 1) daher induktiv, bei Schwachlast leicht kapazitiv. Das will man eigentlich nicht, sondern ein leicht induktives Netz ist angenehmer von Arbeitspunkt zu fahren. Netze mit Freileitungen haben nur einen sehr schwachen kapazitiven Charakter, weil die Leiter einen höheren Abstand haben.

    Zitat

    Versteh ich jetzt auch nicht ganz. Wenn viel dezentral erzeugt wird, dann muss nicht so viel transportiert werden und man muss doch auch weniger kompensieren.
    Kommt mir gerade die Idee, wenn man die richtige Mischung aus Frei- und Erdleitung wählt, braucht man doch gar nicht mehr Kompensieren.

    1. Wenn viel im NS-Spannungsnetz dezentral erzeugt wird, erhöht das dort die Spannung. Mit der neuen NS-Anwendungsregel hat man nun die Möglichkeit geschaffen, durch Bezug induktiver Blindleistung (U geht runter) bei der Einspeisung von Wirkleistung (U geht rauf) die Spannungsprobleme im NS-Netz abzumildern. Da aber im NS-Netz viel R drin ist und wenig X, wirkt die Blindleistung nicht so effektiv und man muss verhältnismäßig viel Blindleistung bereitstellen (cos phi im NS-Netz bis 0,9; cos phi im MS-Netz bis 0,95 gefordert). Dieser Bezug von induktiver Blindleistung muss an irgendeiner anderen Stelle wieder durch Einspeisung von induktiver Blindleistung, d.h. Bezug kapazitiver Blindleistung kompensiert werden. Das ist also nicht der Effekt des Blindleistungsbedarfs der Netzbetriebsmittel, sondern der Effekt, dass die Einspeiser nun zusätzlich Q einspeisen bzw. beziehen.

    2. Die richtige Mischung aus Frei- und Erdleitungen, also eine Kombination von Strecken mit C und mit L Anteilen ist zwar auf 50 Hz Ebene unkritisch, aber es gibt ja noch andere Phänomene mit anderen Frequenzen (Oberschwingungen, Wanderwellen nach Schalthandlungen, etc.). Für die ist sowas ein Schwingkreis, und wenn sowas massiv ohne Dämpfung aufgebaut wird, dann wird's lustig bei der Fehlersuche. Wenn Dir regelmäßig eine Schaltanlage wegschmilzt, siehst Du das ggf. gar nicht, weil die Messwandler nur sensibel auf 50 Hz Ströme reagieren. Aber auch bei anderen, höheren Frequenzen kann man erhebliche Verzerrungsblindleistungen umsetzen.

    Gruß,
    Gunnar

    Ist die Wärme kraftgekoppelt, wird die Energie gedoppelt. (Ulli Brosziewski)

  • Zitat

    Verstehe ich nicht ganz
    Das Netz ist doch auch im Niederspannungsbereich induktiv, bzw. induktiv belastet. Wenn nun Einspeiser zwar Wirkleistung, aber keine kapazitive Blindleistung bringen, dann muss die doch aus dem übergeordneten Netz bezogen werden. Das würde ich so interpretieren, das die Verluste, die Du beschreibst, entstehen, wenn diese Einspeiser keine kapazitive Blindleistung bringen, und nicht umgekehrt.

    Das Netz ist im NS-Bereich induktiv belastet und wird bei Sonnenschein noch stärker induktiv belastet. Weil alle NS-Netze an MS-Netzen hängen und die wieder an HS-Netzen, sind auch die induktiv belastet und ziehen Blindstrom aus dem Übertragungsnetz, wenn der Blindstrom nicht schon vorher im Verteilnetz kompensiert wurde, wie z.B. durch einen Windpark oder eine große Freiflächenanlage oder ein großes BHKW /KWK-Anlage. Das Übertragungsnetz hat aber immer weniger Kernkraftwerke am Netz und auch die Kohle- und Gaskraftwerke zu manchen Zeiten aus, wenn der Wind weht und/oder die Sonne scheint. Dann fehlen die Blindleistungsquellen zur lokalen/regionalen Kompensation auf HöS-Ebene. Dort wird aber bei starken Transiten, d.h. Stromtransporten entlang der Nord-Süd-Korridore Blindleistung auch zur Spannungstützung der Leitung gebraucht. Bei leerlaufenden Leitung braucht man induktives Q zur Spannungsbegrenzung, bei stark belasteten Leitungen bricht die Spannung ein, die mit kapazitivem Q gestützt werden müssen.

    Ist eine Leitung stark belastet, weil der Windstrom in den Süden will, oder der Sonnenstrom in den Norden, dazu wird von unten noch Blindstrom bezogen, der die Spannung weiter runterzieht, am HöS sind keine Q-Stellmöglichkeiten (Generatoren im Phasenschieberbetrieb oder Kondensationbänke) in erforderlicher Dichte da -> Scheiss-Situation und die ÜNBs haben zu Recht Sorge, dass ihnen das Netz dann zusammenklappt. Das nennt sich dann Spannungskollaps.

    Unter dem Gesichtspunkt ist es also angebracht, dass aufgrund der zahlreichen Stellglieder, die mittlerweile in den Verteilnetzen herumstehen, die Verteilnetze das Übertragungsnetz stützen und nicht umgekehrt das Übertragungsnetz für die Spannungshaltung im Verteilnetz Blindleistung liefern muss. Das System der Swissgrid (siehe Link oben oder auch der Vortrag an der ETH) mit den aktiven und passiven Knoten gefällt mir ganz gut. Hier wird einem aktiven Knoten ein ökonomischer Anreiz gegeben, gemäß einem Spannungsfahrplan die richtige Sorte Blindarbeit auszutauschen: Bezug von Q zur Spannungssenkung, Einspeisung von Q ins Übertragungsnetz zur Spannungserhöhung.

    Gruß,
    Gunnar

    Ist die Wärme kraftgekoppelt, wird die Energie gedoppelt. (Ulli Brosziewski)

  • Da im Moment wie bereits an anderer Stelle geschrieben nur 4 AKWs von den 17 am Netz sind,


    Die letzten Beiträge sind zwar interessant zu lesen aber für´s niedere Volk der Einfacheinspeiser doch nur :glaskugel:

    Vom Eingangsthema ausgehend läuft doch des jetzt mit dene 4 AKW´s relativ reibungslos. Ok, Wetter is entsprechend

    ......aber, irgendwo hab ich jetzt gehört, daß der Herr Obernetzagentur fürchtet, dass es an Pfingsten, wegen Ferien usw., Probleme mit dem Netz geben könnte ?( Es wird angeblich zuviel PV und EEG eingespeist und der Strom geht nicht weg :?:

    Was war denn, wie 17 AKW´s gelaufen sind? Darf der jetzt auch schon Panik machen obwohl der von uns bezahlt wird :?:

    Die dezentrale KWK ist keine Brücke - sie ist die Lösung :thumbup:

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