Hallo allerseits, weil ich in einem anderen Thread ohnehin was in die Richtung gerechnet und abgeschätzt habe - und damit ich meine eigenen Zahlen einfach wiederfinde - habe ich hier die Ergebnisse der energetischen Sanierung unseres Hauses und des Umstiegs auf moderne / effiziente Technik zusammengefasst.
Bei der Zusammenfassung hat mir Claude geholfen, es handelt sich aber um meine tatsächlichen Werte bzw. von mir geprüfte und veranlasste Abschätzungen.
Ausgangslage vorher (unsaniertes Haus BJ 1970, Ölheizung, 3 Verbrenner):
- Heizöl: ~6.000 L/Jahr (schlechte Gebäudehülle)
- Haushaltsstrom: ~5.000 kWh aus Netz
- Mobilität: 3 Verbrenner, ~45.000 km/Jahr gesamt
Heute (nach Sanierung, BHKW, ~33 kWp PV, 33 kWh Speicher, 3 E-Autos):
- Heizöl BHKW stromgeführt: ~1.343 L/Jahr
- Netzbezug: ~1.918 kWh/Jahr
- PV-Einspeisung: ~6.748 kWh/Jahr
- Wärmepumpe
Wirtschaftlicher Vergleich (Jahreskosten):
| Posten | Vorher | Heute |
|---|---|---|
| Heizöl | ~5.700 € (6.000 L) | ~1.477 € (BHKW 1.343 L) |
| Netzstrom | ~1.500 € (5.000 kWh) | ~575 € (1.918 kWh) |
| Kraftstoff | ~5.900 € (Benziner) | ~290 € (Schnelllader-Anteil) |
| BHKW-Wartung | — | +150 € |
| PV-Einspeisung | — | −607 € |
| Gesamt | ~13.100 €/Jahr | ~1.885 €/Jahr |
→ Ersparnis: ~11.200 €/Jahr
CO₂-Vergleich (3 Personen):
| Bereich | Vorher | Heute | Δ |
|---|---|---|---|
| Heizung | 15.900 kg (6.000 L Öl) | 3.559 kg (BHKW) | −78 % |
| Haushaltsstrom | 2.000 kg | 767 kg | −62 % |
| Mobilität | 8.000 kg (Benziner) | 648 kg (Schnelllader) | −92 % |
| Gesamt | ~25.900 kg/Jahr | ~4.974 kg/Jahr | −81 % |
| Pro Person | ~8.630 kg | ~1.658 kg | −81 % |
Mit PV-Einspeise-Gutschrift (6.748 kWh verdrängen Netzstrom → −2.699 kg): Netto: ~2.275 kg/Jahr = ~758 kg/Person → −91 % gegenüber vorher
Fazit: Sanierung und Technikwechsel zusammen sparen ~11.200 €/Jahr und reduzieren den CO₂-Ausstoß um 81 % — mit PV-Gutschrift sogar 91 %. Der größte Einzelhebel war die Mobilität (Benziner → E-Auto mit Eigenstrom): allein ~5.600 €/Jahr und −92 % CO₂. Die Gebäudesanierung (Arbeit Eigenleistung, nur Material gerechnet) steuert ~4.500 €/Jahr bei und läuft nach ~10 Jahren Amortisation als reiner Gewinn.
Methodik der CO₂-Berechnung
Es wurden zwei Ansätze verglichen:
Methode 1: Durchschnittlicher Strommix (0,40 kg CO₂/kWh) Alle Strombewegungen werden einheitlich mit dem deutschen Bundesmix bewertet. PV-Einspeisung erhält eine große Gutschrift, weil sie als Verdrängung des Durchschnitts gilt. Die obige Tabelle basiert auf dieser Methode.
Methode 2: Marginalstrom (realistischer) Einspeisung und Bezug werden mit dem CO₂-Faktor des tatsächlich verdrängten bzw. zugeschalteten Kraftwerks bewertet:
| Posten | CO₂-Faktor | Begründung |
|---|---|---|
| BHKW Heizöl | 2,65 kg/L | fix, chemisch |
| Netzbezug | 0,58 kg/kWh | verdrängt fossile Grenzkraftwerke |
| Schnelllader | 0,35 kg/kWh | Tagesdurchschnitt Netz |
| PV-Einspeisung (Gutschrift) | 0,15 kg/kWh | verdrängt bevorzugt andere Erneuerbare |
| BHKW-Strom-Gutschrift | 0,60 kg/kWh | verdrängt fossilen Netzstrom |
Der wesentliche Unterschied liegt bei der PV-Einspeisung: Methode 1 ergibt eine Gutschrift von ~2.700 kg CO₂, Methode 2 nur ~1.010 kg — weil PV-Einspeisung tagsüber tendenziell andere Erneuerbare verdrängt, nicht Kohle.
Ergebnis mit Marginalstrom-Methode (heute, 3 Personen):
| Bereich | kg CO₂ |
|---|---|
| BHKW Heizöl | +3.559 kg |
| Netzbezug | +1.113 kg |
| Schnelllader | +567 kg |
| PV-Einspeisung (Gutschrift) | −1.012 kg |
| Netto | ~4.227 kg/Jahr (~1.409 kg/Person) |
Gegenüber vorher (~25.900 kg): −84 % — also etwas schlechter als Methode 1, aber in derselben Größenordnung.
Fazit zur Methodik: Für die Gesamtbetrachtung Vorher/Nachher spielt die Methodenwahl kaum eine Rolle — die Reduktion liegt in beiden Fällen bei 80–85 %. Relevant wird die Unterscheidung erst bei Detailoptimierungen, wo es darum geht ob z.B. mehr Einspeisung oder mehr Eigenverbrauch klimatisch sinnvoller ist.