Was ist die ökonomisch/ökologisch beste Heizung für mich?
Platter gesagt: was ist die beste Art Erdgas im Winter zu verbrennen. Altmodisch wie die Römer im Brenner, im BHKW zuhause oder in der Gasturbine auf dem Feld für meine heimische Wärmepumpe.
Hierfür ist ein Vergleichsmaßstab bereits gefunden: die Primärenergie-Effizienz.
Ein ehrlicher Vergleich wird aber erschwert durch folgende Faktoren:
- verwirrend komplexe Datenblätter der Hersteller, von der Werbung ganz zu schweigen
- verschiedene Interpretationen des Primärenergiefaktors (nach GEG oder saisonal)
- verschiedene Einsatz Szenarien (Wärmedämmung, Vorlauftemperatur)
- Ideologische Scheuchklappen
Das soll dem Leser - vielleicht später auch in Form eines Artikels - helfen, Antworten auf folgende Fragen zu finden;
1. Wann ist ein BHKW die ökologischere Lösung als eine Wärmepumpe?
2. Wie viel unökologischer ist die preiswerte Brennwerttechnik wirklich?
3. Investiere ich ökologischer in die Dämmung oder in neue Technik?
Zuerst sollten die angeandten Begriffe definiert werden
Primärenergieeinsatz (PE)
PE beschreibt, wieviel CO2-wirksamer fossiler Primärenergieeinsatz (Kohle, Erdgas) für die Bereitstellung einer Endenergieart (Strom, Erdgas) nötig ist.
Primärenergiefaktor (PEF)
Der PEF beschreibt das Verhältnis von PE und bereitgestellter Energie (incl. Übertragungsverluste). In Deutschland ist er 1,8 für Strom und 1,1 für Erdgas.
Dieser verschlechtert die Klimabilanz von strombetriebenen Heizungen. Der auf die Heizsaison bezogene Wert für Strom ist mit 2,54 deutlich höher. Ein Zubau der Erneuerbaren oder Deindustrialisierung verbessert ihn - eine höhere Winterstromlast in Zukunft durch Stromheizungen vergrößert/verschlechtert ihn. Der Wechsel von Braunkohle zu Erdgas verändert ihn aber nicht, obwohl CO2 Emissionen verringert werden. Ein Vergleich mit Norwegen z.B. ist nicht möglich weil die Bewertungen unterschiedlich sind.
Primärenergieeffizienz (PEE)
Sie ist der reziproke Wert des Primärenergiefaktors für die jeweilige Endenergieart.
Sie beschreibt die Verbesserung einer Heizart gegenüber der direkten Verbrennung von Erdgas/Kohle für Heizzwecke
Beispiele der PEE mit "Winter-PEF" für verschiedene Heizungsarten
(Formel-Link nach ChatGPT)
Gasheizung: ............................PEE = 90% ............erzeugte Wärme/Primärenergieeinsatz
Elektrodirektheizung: ............PEE = 39% ............PE / PEF
Wärmepumpe (SCOP=4) .......PEE = 157% ..........SCOP / PEF
Wärmepumpe (SCOP=6.5) ....PEE = 256% ..........SCOP / PEF
BHKW (ηel=20%, ηth=75%) ...PEE = 152% ..........erzeugte Wärme/eff. Primärenergieeinsatz
BHKW (ηel=30%, ηth=65%) ...PEE = 273% ..........erzeugte Wärme/eff. Primärenergieeinsatz
Berechnung BHKW:
Bezug: 1,0 kWh Brennstoff (Primärenergie)
Wärmeertrag = 0,75 kWh und Stromertrag = 0,20 kWh
Stromgutschrift bei PEF = 2,54: 0,20kWh ×2,54 = 0,508 kWh
Effektiver Primärenergieeinsatz: 1,00kWh − 0,508kWh = 0,49 kWh
Primärenergieeffizienz: PEE = 0,75kWh / 0,49kWh ≈ 152%
Fragen die sich mir aufdrängen:
- wie hoch sind die Vermeidungskosten für CO2 bei Wärmepumpen/BHKW für mich und den Steuerzahler, gegenüber einer Brennwert-Therme
- investiere ich das Geld nicht besser in eine Dämmung?
- welchen SCOP erreicht eine WP wirklich bei alten Bestandsimmobilien
Anhang: Datenblatt-Beispiel der sehr guten WP von Lambda (30T€)