Brennstoffwahl und fehlendes Grundlagenverständnis

  • Sorry wenn meine hier gestellten Fragen sicher schon mehrfach in anderen Threads diskutiert wurden. Ich habe einfach nicht alle gelesen. Mein Selbstbau BHKW mit einem Hatz Diesel funktioniert zwar grundsätzlich, habe ich in den letzten Jahren aber wegen mangelhaften Wärmetauschern (Luftgekühlter Motor), Lärm praktisch nicht betrieben. Eine automatische Ausregelung fehlt auch noch, Netzsynchronisation nur von Hand wozu der Einbau einer Steuerung von Deepsea oder ComAp stagniert. Da bin ich auch nicht sicher,ob der alte Saugdiesel eine wirklich gute Grundlage für das Vorhaben ist oder ich besser in irgenwas Modernes investiere.

    Stattdessen habe ich aber PV und auch Akkus sowie einen ergänzenden Holzvergaser ausgebaut. Nun bin ich aber zur Einsicht gekommen, daß ein oder besser zwei BHKW bei unserem Abstand zum Äquator eine der wenigen Möglichkeiten zum Erreichen von Autarktie in den Montaten Dezember bis Januar darstellt. In kleinen Maßstäben vielleicht sogar das Einzige, denn Wind und Biogas machen erst ab einer gewissen Größe Sinn. Der VNB ärgert mich mit meinen Anmeldungen und seit mehr als einem Jahr ausbleibender EEG Vergütung unmässig, weshalb ich mich auch zunehmend mit dem Thema Grid Defection beschäftigt habe. Dabei bin ich über dieses interessante Video mit dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Fell gestolpert, welcher ja bekanntlich als Erfinder des EEG gilt.

    Hier haben sich insbesondere nach dem Studium der Senertec Datenblätter einige Grundsatzfragen zum Verständniss ergeben. Bei den Dachs Geräten wird im Datenblatt eigentlich überall Gas oder LNG als Brennstoff angegeben. Das geht mit jedem handelsüblichen Ottomotor, dessen Vergaser oder Einspritzanlage eben auf Gas ertüchtigt wurde. Im Video läuft der Dachs aber mit PÖL (Planzenöl). Das geht soweit mir bekannt ist aber nur mit Dieselmotoren welche als Selbstzünder grundsätzlich anders aufgebaut sind, eine viel höhere Kompression haben usw.

    Schaut man sich nach gebrauchten BHKWs um, so findet man meist auch nur solche mit Gasmotor. Wo ist mein Denkfehler? Ist der Dachs den man bei Fell im Video sieht eine Sonderanfertigung mit anderem Motor? Warum ist das nicht die bevorzugte Ausführung die auf der Webseite angeboten wird ?

    Einmal editiert, zuletzt von Janvi (2. Oktober 2025 um 21:55)

  • Hallo!


    Den Dachs gibt es seit ein paar Jahren nicht mehr mit Dieselmotor und dessen Ableger weil die neue TA-Luft nicht mehr eingehalten werden konnte und wohl auch die Nachfrage zu gering war.

    Also musst du nach einen gebrauchten Heizöldachs Ausschau halten.


    Viele Grüße

    Joachim

  • Machs dir doch leichter. Du brauchst mit einem BHKW nicht ans Netz. Du kannst doch einfach deinen Akku direkt laden ohne den Umweg übers Netz. Mein BHKW hat einen DC Generator mit 100A, damit lade ich einfach den Akku. Damit umgehst du viel Probleme.

    Und ja, ein Wassergekühlter Diesel hätte die Sache auch viel einfacher gemacht.

    DC gekoppeltes Eigenbau BHKW, Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100
    3 Victron Multiplus2_5000, 42KWh Lifepo4 (48x 280Ah EVE Zellen, REC BMS)
    9,9 KWp PV, 2,7 KWp PV, 3,85KWp PV
    WP Panasonic Aquarea 9KW
    Smart Forfour EQ

  • Ja, ich weis selbst ja auch noch nicht was ich wirklich will. Erst mal alles verstehen und noch mal drüber nachdenken. Mit Victron Anlage und Atmos Holzvergaser bin ich zwischenzeitlich gut aufgestellt, aber über die Jahreswechsel reicht der Ertrag eben noch nicht wirklich, zumal ich noch Andere Mieter inkl. Gewerbe mitversorge. Die wesentlich treibende Kraft mehr für die persönliche Energiewende zu tun, ist momentan der anhaltende Frust mit dem VNB wo offensichtlich nur noch ein Anwalt zur Vergütung der jährlichen 100MWh weiter helfen kann bevor sie verjähren.

    Erdgasanschluss gibt es auch. Aber auf Gas möchte ich deshalb nicht, weil ich sowieso schon einen gewarteten 10.000 l Öltank verfügbar habe. Am 120kW Kessel dazu ist vor 2 Jahren der Guß gebrochen. Ich habe ihn durch einen 20kW Niedrigtemperaturkessel ersetzt welcher von der Leistung für Warmwasser und die wichtigsten Aufenthaltsräume sogar ausreicht. In den letzten 10 Jahren wurde der Gewerbeteil aus Kostengründen sowieso nicht mehr beheizt und 3 zusätzlich eingebaute R410 Luft-Luft Wärmepumpen tun in der Übergangszeit den Rest.

    Meine beiden luftgekühlten Verbrenner (1xVW Benzin und 1xHatz Diesel) werden mit der Wärmeabnahme wohl immer ein Kompromiss bleiben. In beiden Fällen sind die guten alten AvK Synchronmaschinen verbaut welche ja auch nicht wassergekühlt sind. Der Hatz Diesel wurde 1980 vom Architekt eingeplant weil er Angst hatte, daß die Abwasser Hebeanlage bei Stromausfall überlaufen könnte. Seither nur gewartet, nie genutzt oder gar benötigt. Eine nicht besonders gute Möglichkeit wäre das Einkoppeln der Wärme in den Heizkreislauf aus der Luft über eine Wärmepumpe. Für den Inverter Raum brauche ich im Winter nur die Türen und Fenster aufmachen. Die Wärme geht dann in die Gewerbehalle raus. Sommer ist die Türe zu und die Abwärme wird mit zwei Split Klimas nach aussen befördert. Strom gibt es zu der Zeit sowieso im Überfluss.

    Beide vorhandenen Verbrenner haben mechanische Fliehkraftregler am Vergaser bzw. der Einspritzpumpe was für eine automatische Ausregelung mit externer Steuerung auch noch eine mechanische Modifikation für ein Stellglied erfordern würde. Wird also alles ein Bastelobjekt mit viel Kompromiss bleiben, wozu ich aber vermutlich für kleineres Geld sogar irgendwo ein oder besser zwei pässlichere wassergekühlte Diesel kaufen könnte. Dann nur die AvK Generatoren anflanschen, evlt. noch zusätzliche DC Limas für 48V Akkus die ebenfalls schon reichlich vorhanden sind.

    Wenn wir schon bei grundsätzlichen Verständnisfragen sind: Senertec bietet mit dem HyperDachs ja auch eine Wärmepumpen Lösung an, was den Wirkungsgrad der Gesamtinstallation optisch günstig auf über 100% anhebt. Es sieht mir aber so aus, als ob das ein ganz normales Monoblock Aussengerät ist, welches mit dem BHKW ausser der elektrischen Stromverbindung gar nichts zu tun hat. Abgesehen davon, daß der Kältemittelkompressor normal im Aussengerät sitzt, könnte man diesen doch auch direkt von der rotierenden Welle der Verbrennungsmaschine antreiben? Das ist hier offensichtlich nicht so? Hat diese Kraftkopplung irgend ein anderer Hersteller?

    Einmal editiert, zuletzt von Janvi (4. Oktober 2025 um 17:03)