Messtechnikfrage zu BHKW + PV im Eigenverbrauch

  • Servus,


    ich betreibe in einem Mehrfamilienhaus mit ca 40 Einheiten gewerblich ein BHKW im Eigenstromverbrauch und würde gerne noch eine 10 kW PV Anlage mit Eigenstromverbrauch installieren.

    Unser Grundversorger meinte es gäbe dafür keine passende Messtechnik - gibts dazu andere Erfahrungen?


    Kurz noch zum Gebäude:

    BHKW mit 30 kW-Elektrisch

    PV - Anlage mit 35 kW-Volleinspeisung

    BJ 2011


    Danke schon vorab.

  • Wenn alle Verbrauchsstellen vom Anlagenbetreiber versorgt werden, dann eine klassische Kaskadenmessung. Hier in der Hnadreichung MK 4B: https://www.swm-infrastruktur.de/dam/jcr:94f532…ungsanlagen.pdf Wenn aber auch Haushalte eine bilanzielle Durchleitung haben, wird es schwer.

    Man achte darauf, dass der BHKW-Lieferant nicht gegen § 312 StGB verstößt. :neo:

  • Wenn aber auch Haushalte eine bilanzielle Durchleitung haben, wird es schwer.

    Im Prinzip hat ja jeder Haushalt das gesetzlich verbriefte Recht, seinen Stromversorger selbst zu wählen. Um den technischen und administrativen Aufwand für Sondermessungen (für bilanziell an einzelne Parteien durchgeleiteten Bezugsstrom) zu vermeiden bleibt wohl nur, den häuslichen Mischtarif aus BHKW-, PV- und restlichem Bezugsstrom für alle Parteien so günstig zu gestalten, dass niemand auf die Idee kommt, seinen Strom extern selbst beziehen zu wollen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012
    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010
    Solarthermie Viessmann Vitosol 300 Vakuumröhren 13,8 qm (Vorgänger Flachkollektoren 14 qm 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)
    E-Autos: BMW i3 seit 2/2024 und Audi Q4 e-tron (45 quattro) seit 12/2024, an zwei go-e Wallboxen mit Controller

  • ... ca 40 Einheiten gewerblich ein BHKW im Eigenstromverbrauch und würde gerne noch eine 10 kW PV Anlage mit Eigenstromverbrauch installieren. Unser Grundversorger meinte es gäbe dafür keine passende Messtechnik - gibts dazu andere Erfahrungen?

    BHKW mit 30 kW-Elektrisch, PV - Anlage mit 35 kW-Volleinspeisung

    Ohne nun weitere Infos zu erhalten, kann man da zu nichts sagen.

    Du hast ja aktuell 65 kW Einspeiseleistung an Deinem Hausanschluss. Es kann gut sein, dass mehr nicht zulässig ist.

    Ich gehe auch davon aus, dass Du eine Wandlermessung hast, auch hier wird es mit einer Kaskade sehr teuer und damit unwrtschaftlich.

    Auch schreibst Du, die PV sei aus 2011, d.h. in sechs Jahren geht diese aus der Förderung und Du bekommst für den PV Strom lediglich ca. 2 ct /kWh Vergütung. D.h. die PV muss als Überschusseinspeisung umgeklemmt werden.

    Daher frage ich mich schon, warum eine weitere PV ?

  • Dachte ich auch, immerhin hieß es ja "noch eine 10 kW PV Anlage mit Eigenstromverbrauch". Ist das denn nicht so?

    Du hast ja aktuell 65 kW Einspeiseleistung an Deinem Hausanschluss. Es kann gut sein, dass mehr nicht zulässig ist.

    Bei 40 Wohneinheiten müsste der Hauptanschluss auf ca. 90 kVA ausgelegt sein. Mit bislang nominell 65 kW installierter Erzeugungsleistung sollte da für eine zusätzliche 10 kWp PV-Anlage noch Luft sein.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012
    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010
    Solarthermie Viessmann Vitosol 300 Vakuumröhren 13,8 qm (Vorgänger Flachkollektoren 14 qm 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)
    E-Autos: BMW i3 seit 2/2024 und Audi Q4 e-tron (45 quattro) seit 12/2024, an zwei go-e Wallboxen mit Controller

    Einmal editiert, zuletzt von sailor773 (24. August 2025 um 11:17)

  • Bei 40 Wohneinheiten müsste der Hauptanschluss auf ca. 90 kVA ausgelegt sein. Mit bislang nominell 65 kW installierter Erzeugungsleistung sollte da für eine zusätzliche 10 kWp PV-Anlage noch Luft sein.

    Ich habe ein Objekt in Pflege, das hat 32 WE und einen 50 A Hauptanschluss. Da ist z.B. bei 30 KWp Einspeiseleistung absolut Schluss obwohl er gern weiter zubauen möchte.

    Es ist zu unterscheiden, dass ein Hauptanschluss mit dem Hintergrund, dass dort mal kurzzeitig viele Verbraucher gemeinsam über Durchlauferhitzer, Elektroherd u.a. Strom beziehen können. Bei einer Dauerbelastung wie bei Wärmepumpen und / oder PV Einspeisungen wird das ganz anders betrachtet.

    So besagt die VDE AR N 4100:2019-04 das Bemessungsstrom nicht Dauerstrom ist, siehe Seite 40 des Link Westnetz Info

    Auch wurde die zulässigen Betriebsströme von Zähleranlagen aus diesem Grund nach unten korrigiert, so ist Seite 47 des Link, bei einer Zählerverdrahtung nach DIN 0603-2-1 ( 10 mm2 ) zwar ein Anschluss mit 63 A zulässig, sobald Wallbox, PV Anlage und Co dazukommen, muss der Anschluss ( die Hauptsicherung ) auf 32 A reduziert werden um eine Überlastung zu vermeiden.

    Offenbar hast Du das übersehen.

  • Hallo zusammen, habe Frage zu Messtechnik auch Fragen.

    soll und darf bei ausgeförderten aber laufenden Ecopower 1.0 Anlage der 2013 Drehstrom-Digital KWK Zähler des Netzbetreibers Netze BW abgemeldet und ausgebaut werden?

    Der ausgespeiste Strom wird ja durch den Zweirichtungszähler gezählt.

    Der im anderen Haus Eigen KWK-Zähler mit Rücklaufsperre einer geförderten Dachs KWK Anlage wurde dieses Jahr getauscht.

    Netze BW hat jetzt einen KWK Zweirichtungszähler ohne Rücklaufsperre eingebaut.

    Dieser Zähler zählt jetzt den Betriebsstrom zum Dachs ca. 30KWh in 3 Monaten und den Erzeugten KWK Strom.

    Der Betriebsstrom wurde doch schon über die Hauseinspeisung bezahlt und wie rechnet ein Netzbetreiber diese 30KWh ab?

    Kann mir jemand hierzu helfen?

    Vilen Dank


    PV hat in beiden Häusern eigenen Vollausspeisung Digitalen Zweirichtungszähler bekommen. Da ist die eine Richtung zu PV immer 0KWh und wird nicht gezählt.

  • Netze BW hat jetzt einen KWK Zweirichtungszähler ohne Rücklaufsperre eingebaut.

    Wenn Du von einem KWK Erzeugungszähler sprichst ist das falsch.


    Wenn die KWK Anlage nicht mehr in der Förderung ist und kein andere Eigenerzeugungsanlage vorhanden ist, benötigt man keinen KWK Erzeugungszähler und kann diesen abmelden.

  • Netze BW hat jetzt einen KWK Zweirichtungszähler ohne Rücklaufsperre eingebaut.

    Dieser Zähler zählt jetzt den Betriebsstrom zum Dachs ca. 30KWh in 3 Monaten und den Erzeugten KWK Strom.

    Der Betriebsstrom wurde doch schon über die Hauseinspeisung bezahlt und wie rechnet ein Netzbetreiber diese 30KWh ab?

    Ich denke das die einfach nur einen Zweirichtungszähler hatten. Ich denke die ignorieren den Bezugsteil einfach. Das sieht man aber vermutlich erst auf der Rechnung des Messstellenbetriebs.

    Da man ja selber die Messwerte mitteilt sollte das auch schon bei der Abfrage der Zählerstände auffallen. Da dürfte dann nur 2.8.0 (Lieferung) abgefragt werden.